Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Ortswechsel...

Hier nur eine Kurznachricht aus dem Internetcafe: Aufgrund von Problemen in Achacachi, die ich im letzten Bericht schon angedeutet habe und die nun explodiert sind, mussten Becci und ich jetzt fuer den naechsten Monat umziehen. Aktuell sind wir in La Paz und ab Mittwoch gehts zu Franzi nach Titicatchi. Uns geht es gut und wir sind in guten Haenden, also keine Sorge! Wir hoffen, dass sich alles wieder legt und wir bald mit neuer Motivation unserer Arbeit nachgehen koennen.

Also liebe Gruesse!

Deutsches Chaos oder Bolivianische Struktur?

Nachdem unser Besuch am Montag in der Frühe wieder abgereist war, freuten wir uns auf den Schulbeginn. Da wir nun ganz offiziell zum Lehrerkollgeium gehören, passten wir uns der Kleiderordung an und kamen in Bluse und Blazer. Wir hatten ja schon erwartet, dass nicht viele Schüler kommen werden und alles ein wenig ungeordnet ablaufen wird. Aber dass es so heftig wird, hatten wir nicht geahnt. Zuerst einmal kamen wirklich! wenige Schüler, sodass man kaum eine Formación machen konnte. Es wurde gebetet und gesungen, wie üblich. Dann wurden alle Lehrer vorgestellt und mussten sich vor den Schülern aufstellen. Anschließend gaben wir ein Versprechen auf die bolivianische Flagge und das Land ab. Doch vor dieser Zeremonie wollte die Elternsprecherin noch ein paar Worte loswerden. Wir alle ahnungslos, erwarteten eine nette Rede zum Schulbegeinn. Doch Pustekuchen. Sie fing an, dass sie einige Lehrer nicht möchte, weil sie die Kinder schlecht behandeln und von der Distrital beobachtet werden. Kurz darauf ging alles ganz schnell. Die Schüler lösten sich in alle Richtungen auf, die Eltern stürmten auf die Direktorin los und die Lehrer versammelten sich zur Krisenbesprechung. Wir standen bewegungslos und völlig überrumpelt mitten auf dem Platz. Nachdem die Eltern und Lehrer beruhigt wurden, konnte man mit dem Programm fortfahren. Anschließend gab es eine Versammlung der Primaria und die restlichen Lehrer mussten alle Schüler beaufsichtigen. Die Schule endete früh und damit begann das ganze Chaos. Nun war jeder Tag strukturlos und durcheinander. Man versammelte täglich die Lehrer, machte unzählig verschiedene Stundenpläne, verwarf sie wieder, zählte Stunden der Lehrer zusammen, schob Fächer hin und her und merkte am Ende: es passt doch nicht. Im Endefekt, waren unsere Direktorin, die Lehrer und wir genervt von dieser Situation. Becci und ich haben die verschiedensten Aufgaben übernommen: Direktorinnen, Lehrerinnen, Hausfrauen, Putzfrauen, Gärtnerinnen, Portier und Empfangsadmen in einem. Also Langeweile kommt aktuell nicht auf, doch ist die Situation wirklich nicht einfach. Unsere Madre Elsa hat als Direktorin sehr viel zu tun - teilweise zu viel. Die Lehrer sind nicht einfach mit all ihren Wünschen und Forderungen. Das alles zu vereinen ist fast unmöglich. Aber ich freue mich, all meine Schüler wieder zu sehen und die Schulfamilie wieder beisammen zu haben. Mein Wunsch für die nächste Woche: werde besser und lass Lösungen regnen. Danke!

Besuch!

Freitag früh am Morgen sind wir Richtung La Paz gefahren um Domi, Lisa und Laura zu empfangen. Ein Glück sind wir noch in die Stadt reingekommen, denn gegen Mittag waren starke Blockaden. Der erste Weg ging natürlich zur Post. Wohin auch sonst?! Dort haben wir die letzten Weihnachtsüberrachungen abgeholt und Päckchen von unseren Familien. Danke, ihr seit die Besten!!! Anschließend druckten wir Fotos aus und bummelten über den Prado. Die drei Peruaner haben sich ein wenig verspätet, da ihr Bus eine Panne hatte. So trafen wir uns zum Mittagessen in unserem Lieblings-Restaurant. Wir hatte einfach soooo viel zu bequatschen! Danach kauften unsere Besucher gefühlt die komplette Calle Sangarnaga (Touristen-Straße) leer. ;) Ich sag nur, alles war "puro Alpaka" - sogar der Silberteller!! Also wir schauten uns alle Läden mit den wundervollen bolivianischen Handwerken an und besuchten auch Franzis Laden von Titicatchi. Am Abend zeigten wir ihnen unseren Lieblings-Saltena-Laden und genossen einen Api. Die Drei fuhren noch bis zur Casa Campesina, wo Gladys ihnen eine Führung im Projekt gab. Auf der Dachterasse liesen wir den Abend bei Kaktusfrüchten und Mango ausklingen. Der Blick auf La Paz war wie immer wunderschön - auch wenn es ein wenig frisch war. Am nächsten Tag fuhren unsere Besucher die Todesstraße nach Coroico und Becci+ich entspannten einfach mal mit Nichts-Tun. Gegen Abend trennten sich unsere Wege ein wenig. Laura und Lisa blieben in La Paz um am nächsten Morgen nach Peru zurückzufahren. Domi, Becci und ich fuhren mit dem Micro nach Achacachi. Wir hatten ein wenig Sorge, wie er mit seinen 190cm in das kleine Busschen reinpassen sollte, aber er konnte sich gut zusammenklappen. In Achacachi angekommen begrüßten wir unsere Schwestern, die sich freuten einen sooo großen Kerl in ihrem Kloster zu haben. Zum Schlafen brachten wir ihn zum Padre Ramiro, wo er das Luxus-Zimmer bekam. Denn die Schwestern haben dem Padre gebeten, ihn besonders gut zu behandeln, dass er hier bleibt und Musik in der Schule unterrichtet. ;) Am nächsten Morgen frühstückten wir im Kloster und wir fühlten uns, als ob der Papst zu Besuch war. Die Schwestern haben aufgetischt und sind in der Küche herumgeflogen, dass einem ganz schwindelig wurde. Die Messe war traditionell auf Aymara und wir drei Weißen sind mit Domi noch ein wenig mehr aufgefallen als sonst. Anschließend zeigten wir ihm unseren Sonntags-Markt und kauften unsere Schuluniform-Jogginganzüge, Kopfhörer, Handyakku, Papaya,... Das Mittagessen war typisch mexikanisch mit Bohnen und Tortilla. Am Nachmittag musste Domi unsere Sateliten-Schüssel reparieren, da er ja so groß ist. Ob die zwei Drähte, die wir angebracht haben, jetzt etwas verbessert haben, bleibt rätselhaft. Aber er durfte in das Zimmer unserer Madre - das war DIE Überraschung! Natürlich zeigten wir Domi unseren Hausberg mit Kapelle. Wie immer war es leicht anstrengend hinauf zu laufen, aber dafür hat man einen super Ausblick auf Achacachi und den Titicacasee. Dort entstanden ein paar leicht verrückte Fotos, aber wir hatten einen superschönen Abend! Abends brachten wir ihn wieder zum Padre und verabschiedeten uns von ihm. Ich habe mich sehr gefreut Domi, Laura und Lisa wiederzusehen! SCHÖN, dass ihr da wart. :)

Comenzamos!

Wieder in Achacachi angekommen, hätten wir eigentlich Lehrerkonferenzen. Doch sie werden meist abgesagt, weil keine Lehrer kommen.
Nun gut, dann beschäftigen wir uns mit Wäsche waschen, Lehrplan für Englisch erstellen, Berichte schreiben, Fotos sortieren und und und.
Dieses Wochenende fahren wir nach La Paz um unsere Post abzuholen und Domi, Lisa und Laura zu empfangen und ein wenig Stadtguide zu spielen. Die drei haben wir auf dem Seminar in Lima kennengelernt und sie besuchen uns auf ihrer Tour durch Bolivien. Ich freu mich schon sie wieder zu sehen!
Am 03. Februar beginnt offiziell die Schule wieder, doch ich bezweifele, dass wir schon Unterricht geben werden. Denn man kann sich auch noch die komplette Woche einschreiben. Also ich bin mal gespannt, ab wann ich mir wieder Gedanken machen muss über meine Schüler.
Ich freu mich aber, all meine Schüler wieder um mich zu haben!

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

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© Franziska Beck