Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Fotos!

Mochilado en Perú y Bolivia

Zuerst einmal muss ich sagen: Der Monat war der pure Wahnsinn!! Ich habe so viel erlebt, bin überglücklich und erschlagen von all den Erlebnissen. Es war das Beste, was ich seit langem gemacht habe und könnte noch ewig so weiter schwärmen. Natürlich werde ich Euch ein kleines Stück dieser Reise weitergeben, aber so vieles muss man einfach selbst erlebt haben und ich kann es gar nicht in Worte oder Bilder fassen. Zusammengefasst lässt sich sagen: HAMMER!


* Erster Stopp -> Chimbote (Perú):
Unsere Reise begann an einem Sonntagnachmittag. Wir starteten nach dem Gottesdienst von Achacachi nach La Paz um uns dort mit Franzi zu treffen. Früh am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen. Wir irrten erst mal eine Weile von Schalte zu Schalter, weil niemand unsere Fluglinie kannte - der Flughafen ist eigentlich nicht allzu groß. Irgendwann kamen wir beim Richtigen an und konnten nach Lima losfliegen. Das Flugzeug hat anscheinend eine Abkürzung genommen, denn die Dauer war eine Stunde kürzer als geplant. In Lima angekommen waren natürlich Judith und Marie noch nicht da (wir kamen ja früher an) und so gönnten wir uns erst mal den Subway. :D Als wir die Mädels dann trafen, fuhren wir gemeinsam ins Zentrum um unsere Rucksäcke an der Busagentur abzugeben. Der Bus Richtung Chimbote fuhr nachmittags ab und so hatten wir noch ein wenig Zeit. Franzi, Marie und Judith bummelten ein wenig durch Lima, während Becci und ich im Park lagen, da wir hundemüde waren. Gegen Abend kamen wir dann in Chimbote an und wurden von Jan, Lotte, Tony (Jans Gastbruder) und Erson (bester Freund von Tony) abgeholt. Wir aßen noch gemeinsam zu Abend und ich war einfach nur froh schnell im Bett zu liegen. Becci und ich wohnten bei Jan, Franzie und Marie bei Erson und Judith bei Lotte. Am nächsten Morgen fuhren Jan, Becci und ich auf einen rießigen Markt „2 de Mayo“. Dort kauften wir für die Silvesterparty am Abend ein. Ich war komplett erschlagen und geflasht von diesem Markt, weil er so total anders ist als in Achacachi oder La Paz. Ich kam mir vor wie in Afrika, einfach weil ich es mir dort so vorstellte. Anschließend liefen wir zu Jans Projekt „Lentch“ und lernten dort die Köchin Elsie kennen, die uns sofort zum Cui (=Meerschweinchen) Essen einlud. Am Abend wurde Jans Haus zu einem Partyraum umgestaltet für Silvester. Es kamen einige Freunde von Tony und eben wir Gringos. Es war eine mega Feier, die ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde!! Um Mitternacht aßen wir 12x1 Traube, jede Traube steht für einen Wunsch fürs nächste Jahr. Außerdem sollte man mit einem gepackten Koffer ums Haus rennen, damit man im nächsten Jahr viel reisen wird. Ich machte dann lieber einen Spaziergang und wie man sieht, bin ich dieses Jahr wirklich schon viel gereist. ;) Einige fanden die Party anscheinend so schön, dass sie bei uns auf dem Sofa und auf dem Klettergerüst vor dem Haus ihren Rausch ausgeschlafen haben. Das Bad mussten wir leider auch putzen, aber ansonsten gab es keine besonderen Zwischenfälle. Wir tanzten die ganze Nacht auf Salsa und Techno durch, was eine ganz besondere Mischung war. Natürlich hatten wir auch gelben Schmuck (Sonnenbrillen), denn Gelb ist die Farbe für das neue Jahr - sogar Knicklichter gab es!!!!! Also rundum eine schöne Silvesterfeier! Den nächsten Tag verschlief ich leider hauptsächlich, aber abends sind wir ins Kino gegangen. In einen Film von Ben Stiller, den Jan so unglaublich toll findet! :D Ansonsten haben wir einmal für unsere Gastfamilien gekocht, waren öfters in der Shopping-Mall, waren im Park und sind dort sehr erfolgreich Ruderboot gefahren. Natürlich haben wir die Cui-Einladung angenommen und so kam ich zu dem Genuss einmal Meerschweinchen zu probieren. Fazit: es hat soooo gut geschmeckt! Das Highlight des Chimbote Aufenthalts war der Strand Besuch. Wir FsJler, Tony, Erson und Jimmy sind gemeinsam mit Micro und Boot (dem langsamsten der ganzen Bucht) zu einem süßen, kleinen Strand getuckert. Dort angekommen stürzte sich Judith übermutig ins Wasser – oder auch unfreiwillig. Nachdem wir auch die riesigen Quallen im glasklaren Meer entdeckt haben, entschieden wir uns eher für Strand-Liegen und im Wasser planschen anstatt dem erhofften Schwimmen. Es wurden Schildkröten gebaut, Meerjungfrauen eingebuddelt, Muscheln gesammelt und einfach nur die Sonne genossen. Alle hatten sich natürlich brav eingeschmiert, aber irgendwie hat es nicht so viel genutzt. Denn abends hat man dann das Ausmaß der Sonne doch deutlich gesehen. Wir Mädels wussten nachts nicht genau in welcher Position wir schlafen sollen, ohne dass es weh tut. Meine Beine haben eine tomaten-ähnliche-Farbe angenommen, das war leicht schmerzhaft und hat eine Weile gedauert. Aber der Strand wars wert! Nach dieser wunderschönen Zeit mit Franzie, Marie, Judi, Lotte, Becci und Jan in Chimbote hieß es für uns alle: auf nach Lima!


* Zweiter Stopp -> Lima (Perú):
Mit dem Nachtbus sind wir gemeinsam von Chimbote nach Lima gefahren und mussten uns leider von Tony und Erson verabschieden. Der Grund für unsere Reise nach Lima ist unser verpflichtendes Zwischenseminar. Dort kamen Freiwillige aus Peru, Bolivien, Guatemala und Honduras zusammen. In der Stadt angekommen düsten wir mit dem Taxi zu unserer Casa de Retiro. Dieses Seminarhaus lag in Barranco, einem eher reicheren Viertel von Lima. Von außen sah es doch eher etwas schlicht aus, aber innen wurde man von der Schönheit überrumpelt. Offiziell sollte es um 12.oo mittags anfangen, doch wir standen schon Frühs um 8.oo auf der Matte. Becci und ich hatten ein wunderschönes Zimmer mit Meerblick! Im großen Garten stand unteranderem auch ein Pool und wir hatten einige Wohnzimmer zum Entspannen. Also das Umfeld war schon mal perfekt! Jetzt waren wir mal gespannt mit wem wir Seminar haben werden. Da wir so früh vor Ort waren, durften wir ein relativ europäisches Frühstück genießen und fühlten uns gleich pudelwohl. Mit der Zeit trudelten die andern ein und so begrüßten wir auch Lea und Ulli! Um uns BDKJler widerzuerkennen war nicht schwer, denn -Dank Marie und Judi- kamen wir in den Genuss von wunderschönen T-Shirts. Wir erwarteten ein Seminar, das komplett durchgetaktet ist und wir einen vollen Plan haben. Doch wir wurden überrascht, denn es gab keinen Plan und keine Themen: es gab nichts, außer Gesprächsbedarf von uns und drei Leiter. Wir Seminarteilnehmer durften alles selbst zusammenstellen und die Einheiten gestalten wie wir es wollten. Das war einfach perfekt, denn durch verschiedene Methoden in kleinen Gruppen entwickelten sich Gesprächsrunden zu den jeweiligen Themen. Man konnte alles loswerden, was einen das letzte halbe Jahr belastet hat, man bekam Verbesserungsvorschläge, Hilfestellungen und konnte einfach mal reden. Teilweise war man mit seinem Partner in einer Runde, manchmal war es besser getrennt zu sein und dann war es wieder bunt gemischt. Wir tauschten uns aus über unser Projekt, die Probleme, die Chefs, die Arbeit, Freizeit, der Mitfreiwillige, Kulturschock, Geld, die Wohnsituation, eigene Motivation, Kontakt nach Hause, Krise,… An sich gab es wirklich viel Gesprächsbedarf und ich glaube nach dem Seminar sind alle mit neuem Schwung in ihre Projekte zurück. Was mir besonders gut gefallen hat, war die geniale Gruppe! Wir haben uns echt gut verstanden, es gab wenig Grüppchenbildung, es sind intensive Gespräche entstanden und wir hatten eine Woche lang Spaß. Ich war einfach überrascht, wie toll die gemeinsame Zeit war. Für mich persönlich war natürlich das Meer vor der Haustür noch das I-Tüpfelchen von allem. Jeden Abend sind einige zum Strand und haben das Meer einfach genossen – Judith mein Strandpartner! Einen Tag hatten wir frei um Lima ein wenig kennenzulernen. Es gab zwei Gruppen: die einen haben sich das Zentrum und kleine süße Orte angeschaut, die anderen haben sich das Projekt Tablada von Laura, Anna-Lena und Christopher angeschaut. Ich war bei der ersten Gruppe dabei und es war einfach genial, denn Simon kannte sich top aus und hat unseren Guía gespielt. Muchísimas gracias! Vom Cerro San Cristobal konnte man ganz Lima sehen, ein mega Ausblick! Chinatown haben wir auch kennengelernt, das Kloster Santo Domingo haben wir besichtigt und sind über die Plaza de Armas geschlendert. Abends haben wir uns mit dem Rest in einem Wasser-Lichter-Show-Park getroffen. Dort gab es verschiedene Wasserelemente, die mit Lichteffekten bestrahlt wurden. Unteranderem wurde ein Film auf einer Wasserwand gezeigt, das war wirklich atemberaubend! Gegen 24.oo kamen wir nachts wieder an, denn die Tür wird dann geschlossen. Nachts schwollen dann meine Beine ziemlich an, wurden knallrot, brannten wie Feuer und sahen im Allgemeinzustand eher schlecht aus. Unsere Leiter und ich beschlossen, dass es wohl besser wäre, jetzt noch mal in die Clinica zu gehen und diesem unnormalen Zustand meiner Beine auf den Grund zu gehen, denn es schmerzte sehr. So gingen Flor (unsere peruanische Leiterin), Jonas (der mich begleitete) und ich ins Krankenhaus, dass ein Glück in laufnähe war. Dort angekommen, wurde ein Grundcheckup gemacht, bevor ich zum Arzt kam. Er betrachtete meinen Ausschlag, hatte Spaß daran den Drück-Test zu machen und kam schnell zu dem Entschluss, dass es wohl eine Lebensmittelallergie sein muss. Nun berichtete ich ausführlich, was ich alles zu mir genommen habe und so bekam ich eine Diät verschrieben. Nach der durfte ich nur noch Wasser/Brot/Papaya/gekochtes Gemüse/Hühnchen/Kartoffeln essen. Er wollte mir noch eine Spritze setzten, was ich verweigerte, und blieb bei Tabletten. Dann unterhielten wir uns länger über Bratwurst, Currywurst, deutsches Bier und allgemein Deutschland, denn der Arzt kannte sich top aus. Wieder im Seminarhaus angekommen, waren wir froh ins Bett zukommen! Danke Jonas, dass du mitgekommen bist!! Am Abend darauf hatte unsere Gruppe die ganze Nacht Ausgang um mit einem Freund von Lea „Bar-Hopping“ zu machen. Das heißt, dass wir die verschiedenen Bars in Miraflores unsicher gemacht haben. Überall bekam man ein Frei-Getränk (ich blieb brav bei Wasser) und wir tanzten die ganze Nacht. Zum Schluss gingen wir noch in eine Disco und kamen frühs gegen 6.oo wieder im Haus an. Der Abschied war ein wenig traurig, denn man hat Freundschaften geschlossen und nun kehrt man wieder in seine Projekte zurück. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass es ein super Seminar war, an das ich gerne zurückdenke! Es hat einfach alles gepasst – Danke für diese unbeschreibliche Woche! Peru hat mir einen kleinen Kulturschock verpasst, denn man merkt wie viel reicher es als Bolivien doch ist. Der Straßenverkehr ist geregelter, weniger Straßenhunde, weniger Müll, sauberer und allgemein mehr Reichtum… (Stimmts Marie, da bin ich erst mal aufs Klo.:D). Am Abend nach dem Seminar trafen wir uns mit einigen, die noch in Lima waren, und sind gemeinsam in eine Karaoke Bar. Das war der krönende Abschluss, denn wir waren in einem abgeschotteten Bereich und konnten den ganzen Abend durchsingen. Einfach der Hammer! Eine Nacht schliefen wir bei der Gast-Tante von Jan und flogen dann nachts Richtung Santa Cruz. Hasta luego Perú, schön wars!!


*Dritter Stopp -> Santa Cruz (Bolivia):
Am Flughafen in Santa Cruz angekommen, wurden wir erst mal überrascht von einem mysteriösen Tor. Da gibt es einen Knopf mit Zufallsgenerator, ob man durchsucht wird oder nicht. Dies wurde ein wenig profesorisch mit Klebeband befestigt. Wir hatten Glück und kamen direkt durch. Dank dem ehemaligen Pfarrer aus Beccis Gemeinde, der in Santa Cruz wohnt, hatten wir ein Hostal-Zimmer reserviert. Dorthin sind wir mit dem Taxi gefahren und waren etwas verwirrt, da das Hostal ziemlich geschlossen aussah. Als ich aber ein paar Mal klopfte, kam ein verschlafener Kerl zur Tür und sagte, dass alle Zimmer belegt sind. Ich ließ nicht locker und bestand auf unser reserviertes Zimmer. Oh Wunder, da bekamen wir dann doch noch eins. ;) In Santa Cruz wurden wir von einer schrecklichen Hitze empfangen und Mosquitos!! Ein Glück hatten wir einen Ventilator, denn sonst wären wir erschwitzt. Am Morgen wurden wir vom Padre Christian Müßig abgeholt und fuhren in seine Gemeinde „Sagrada Familia“. Dort schauten wir uns das Pfarrhaus an, bezogen unsere Zimmer und waren begeistert von soooo viel Grün. Das war ein krasser Unterschied zum Altiplano in Achacachi. Nachdem wir dort angekommen sind, fuhren wir mit dem Padre ins Zentrum und haben uns einen Stadtplan organisiert, damit wir uns zurecht finden. Wir bummelten den kompletten Nachmittag durch die Altstadt, genossen ein Eis beim bekannten Dumbo, klapperten alle Hippie-Verkäufer ab und deckten uns mit Haarbänder, Armbänder und sonstigen Bändern ein. Natürlich besuchten wir auch die Kathedrale und genossen am Abend eine leckere Pizza. Am nächsten Morgen wachten wir auf und juckten uns wie verrückt am ganzen Körper. Der Anschlag der Mosquitos! Innerhalb zwei Tage hatte ich 51 Stiche. Für heute hatten wir die Lomas de Arena geplant. Dies sind große Sanddünen am Rand der Stadt mit Lagunen. Wir erwischten einen netten Taxifahrer, der uns so weit wie möglich hinfuhr. Doch irgendwann waren die Fluss-ähnlichen Pfützen mit dem Kombi doch nicht mehr zu durchqueren, sodass wir den Rest zu Fuß zurücklegten. Wir liefen und liefen und liefen. Doch auch nach einer halben Stunde war noch kein Sand in Sicht. Mittlerweile waren wir mitten im Nirgendwo, hatten Schmetterlinge um uns herum, viel Weite, Hitze und ich fühlte mich wie in der Pampa. Nach einiger Zeit erblickten wir eine Kuh-Herde, die ein Auto begleitete. Die Insassen bestätigten uns aber, dass der Weg noch richtig wäre -soweit man einen Weg erkennen konnte- und wir noch circa drei Kilometer zu laufen hätten. Also liefen wir frohen Mutes weiter. Wir erreichten einen Fluss, den wir durchquerten und bis zur Hüfte versanken. Irgendwann erreichte uns das Auto von vorhin wieder und wunderte sich warum wir noch nicht angekommen sind. Leider hatten sie auch keinen Platz mehr, aber knapp hintendran kam ein Jeep mit Jugendlichen. Diese fragten wir nett, ob wir denn nicht mitfahren dürften und so saßen wir auf der Ladefläche. Ich glaube es hätte noch Tage gedauert, wenn wir gelaufen wären, aber mit dem Auto waren wir doch recht flott dort. Die Aussicht war wirklich genial und man konnte nicht glauben, dass es so nah an der Stadt liegt. Doch dort fühlte ich mich leicht wie in der Sahara – man sah weit und breit nur Sand. Es war wirklich wunderschön! Zurück ging es wieder im Jeep der Kerle und da machten wir doch Halt in unserem Fluss. Wir wuschen erst mal eine Runde das Auto und auch uns. :D Der Tag glich also einer Safari und war mega lustig! Am Nachmittag entspannten wir uns und machten uns schick für den Abend, denn wir feierten gemeinsam in den Geburtstag von Becci rein – natürlich mit einer Pizza. Am nächsten Tag starteten wir früh Richtung Samaipata, einem kleinen Ort zwei Stunden entfernt von Santa Cruz. Im Micro lernten wir die Argentinierin Karla und den Brasilianer Raffaelo kennen. Mit denen zwei verbrachten wir dann auch den ganzen Tag. Wir bummelten eine Runde durch das Hippie-Dorf und schauten uns die bekannte Inca-Stätte „El Fuerte“ an. Man hatte eine atemberaubende Aussicht und ich kam mir vor wie im Regenwald. Becci entschied sich lieber auf der Wiese zu sitzen, da es ihr nicht allzu gut ging. Nachmittags schauten wir uns noch eine Lagune zwischen Vulkanen an und entdeckten Kröten, die Katzenartige Geräusche machten. Am nächsten Tag schliefen wir aus, packten und aßen noch mal mit Christian zu Mittag. Vielen Dank für die Unterkunft, Christian! Über Santa Cruz lässt sich sagen: Heiß wars! Am Nachmittag starteten wir dann Richtung Sucre…


*Vierter Stopp -> Sucre (Bolivia):
Die Busfahrt nach Sucre war ein kleinwenig anstrengend, denn sie dauerte 15 Stunden und wir waren die Busse aus Peru gewöhnt. Leider sind diese nicht mit diesem Bus zu vergleichen, wir hatten den heruntergekommensten den es glaub ich gab. Morgens kamen wir dann in der Stadt an und wurden mit Regenschauern begrüßt: wie nett! Wir hatten das Hostal San Francisco in der Calle San Francisco bei der Kirche San Francisco (was fällt auf?) von Christian empfohlen bekommen und fuhren auch gleich dorthin. Da es regnete, schliefen wir den Vormittag ein wenig und begannen am Nachmittag die Stadtbesichtigung. Ich hatte meinen personal Guide alias Becci, sodass ich alles gezeigt bekam. Nun kenne ich wirklich alle! Kirchen in Sucre, die jede auf ihre Art schön ist. Wir waren auf einigen Kirchendächern und haben die Aussicht über die weiße Kolonialstadt genossen. Außerdem haben wir den weltbekannten Eiffelturm in Sucre besichtigt, der einen wichtigen Kulturteil darstellt. Der Park war wirklich nett mit vielen Kinder-Attraktionen. Ein Glück gab es in Sucre eher mildere Temperaturen, weshalb wir viel gelaufen sind. Hier haben wir auch unsere restliche Tour in einer Agentur gebucht, was sehr hilfreich für die Weiterreise war. Dafür haben wir wirklich jeden! Geldautomaten in Sucre getestet, da es doch einige Sprachprobleme gab. Aber nun wissen wir für die Zukunft, wie es funktioniert! Über Sucre lässt sich sagen: die schönste Stadt, die ich bis jetzt in Bolivien besichtigt habe. Auf nach Potosí.


*Fünfter Stopp -> Potosí (Bolivia):
Nachmittags fuhren wir von Sucre nach Potosí und kamen dort gegen Abend an. Dort fuhren wir ins Haus von einer Freundin des Freundes unseres ehemaligen Gastvaters. Diese Freundin Blanca kannten den dortigen Pfarrer bei dem wir dann die Tage wohnten. Also eine Beziehung der Freundes Freunde. Wir wurden sehr herzlich empfangen, obwohl man gleich merkte, dass Potosí eine Minen-Arbeiter-Stadt ist. Nichts mehr mit großer Schönheit und Pracht. Eher schlicht und karg kann man die Stadt beschreiben. Wir waren aber überrascht, dass wir beide so schlapp waren und über Kopfschmerzen klagten. Am nächsten Morgen beim Frühstück mit dem Pfarrer fragten wir mal nebenbei nach, wie hoch die Stadt denn liegt. Da fielen wir dann fast aus allen Wolken, als er meinte wir sind in der höchsten Stadt der Welt (4.400m). Das erklärte dann natürlich alles! Coca Tee hilft aber gegen alles und so ging es uns bald besser. Bis zum Mittag haben wir eine Tour mit dem Padre gemacht, der uns die Lagunen im Hochland zeigte und wir einen schönen Blick über die Stadt hatten. Mittags aßen wir bei Blanca und lernten ihre Gasttochter Enya aus Belgien kennen. Mit ihr, Jan aus Belgien und Jan aus Deutschland verbrachten wir den kompletten Nachmittag. Gemeinsam fuhren wir zur Lagune Tarapaya und hatten echt viel Spaß. Dies ist eine heiße Lagune (ca. 30°C) mit Bergen außenherum, in der man schwimmen kann. Was wir natürlich ausführlich genutzt haben. Der Gedanke im Januar draußen im Wasser zu liegen war ein bisschen schräg, aber ich habs genossen. Anschließend sind wir in ein Restaurant gegangen, dass genau auf 4.060m Höhe lag. Am nächsten Tag haben wir erst mal ausgeschlafen, denn die Höhe nimmt einen ganz schön mit. Gegen Mittag sind wir ins Zentrum gefahren und haben eine Touristen Agentur gesucht, die Touren in den Berg „Cerro Rico“ anbieten. Gegen Nachmittag ging es dann los: Zuerst hieß es umziehen in die Arbeiter-Tracht (Hose, Jacke, Helm, Lampe, Siefel, Mundtuch), damit wir auch perfekt ausgerüstet sind, dann fuhren wir gemeinsam auf den Arbeitermarkt und haben die Pachamama und den Tío geehrt. Nächster Halt war eine Fabrik, in der die Mineralien vom Gestein getrennt wurden und man somit pure Mineralien erhält. Achja, man ehrt die Pachamama mit reinem Alkohol (96%), damit man von der Mutter Erde auch reine Mineralien erhält. Nun kam mein persönliches Hilight. Wir sind auf den Berg gefahren und unsere Gruppe von 7 Leuten (2 Brasilianer, 1 Französin, 2 Argentinier, 2 Deutsche) und zwei Guías sind gestartet in den Eingang. Bei jeder Tour sind zwei Begleiter dabei, damit man jeder Zeit zurückgehen kann. In der Mine konnte man die verschiedenen Gold oder auch Zink (Grüße an Angela!) Adern sehen und es war doch ein wenig aufregend. Die Meisten aus der Gruppe sind im ersten Nivel geblieben, doch María (Spanierin), unser Guía Fox und ich haben uns auf den Weg nach ganz unten gemacht. Je weiter es nach unten ging, desdo enger wurden die Gänge. Es war wirkliche körperliche Arbeit sich hinabzuarbeiten. Zweimal gab es Leitern, aber ansonsten musste man schauen wie man die verschiedene Nivels hinunterkam. Aufrecht stehen konnte man so gut wie nie und ich bin die meiste Zeit wie eine Ente durch die Gänge gewatschelt oder auf allen Vieren gekrabbelt. Erstaunlicherweise kam ich mit der Enge sehr gut zurecht und hatte auch keine Angst. Vielleicht weil ich damit beschäftigt war in keine Löcher zu fallen und mich zu halten. Im vierten Nivel hatte es mittlerweile 34°C und es gab enorm viel Staub. Ohne die Mundtücher hätte ich es nicht ausgehalten! Anfangs war mir noch fraglich wie ich wieder nach oben kommen soll, denn der Abstieg war schon erschwerlich. Aber erstaunlicherweise hat es ganz gut geklappt. Am Ende war ich zwar platt wie Teller, weil die Hitze, der Staub, die Höhe, die Enge und wenig Luft mir doch zu schaffen gemacht hat. Zwischenzeitlich haben wir Minenarbeiter getroffen, denen wir Wasser und Coca-Blätter geschenkt haben, was die wichtigsten Lebensmittel für sie sind. Als wir im zweiten Nivel angekommen waren, haben wir auch eingie Explosionen gehört und stellten uns unter Holzpfosten unter. Ob die sicherer waren als das Gestein, bleibt fraglich. Als ich wieder unter freiem Himmel stand, war ich schon ein wenig froh wieder heil rausgekommen zu sein, aber es war eine einmalige Erfahrung!! Ich würde sicherlich kein zweites Mal hineingehen, aber einmal war’s das Erlebnis wert. Jede Woche stirbt in diesem Berg mindestens ein Arbeiter und wir mussten auch einen Vertrag unterschreiben, dass die Agentur bei einem Unfall oder Todesfall nicht haftet. Das war ein wenig beängstigend, aber das Abenteuer war unglaublich. Besonders, wenn man weiß, dass bis heute noch Leute darin arbeiten. Am Abend fiel ich dann ins Bett und am nächsten Morgen frühstückten wir bei Blanca, da der Padre auf dem Campo war. Gegen Mittag starteten wir Richtung Uyuni. Über Potosí lässt sich sagen: die Minen waren der Wahnsinn!


*Sechster Stopp -> Uyuni (Bolivia):
Der Bus nach Uyuni war Luxus pur und ich fragte mich, warum wir in so einem schönen Bus nur 5 Stunden fahren. Aber gut, gegen Abend kamen wir in dem kleinen Städtchen an und fuhren ins unser reserviertes Hostal. Der Herbergsvater Jorge war witzig und zeigte uns unser süßes Zimmer – endlich wieder mit Spiegel!! Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, erkundeten wir ein wenig Uyuni bevor wir halb ausgehungert in die nächste Pizzaria stürmten. Dort genossen wir den Abend bei bolivianischer Musik mit netten Argentiniern. Am nächsten Morgen wurden wir von unserem Tour-Anbieter im Hostal abgeholt, sodass es losgehen konnte Richtung Salar de Uyuni. In unserem Jeep saßen vier junge Portugiesen (Francisco, Bernardo, Dini, Diogo) und ein Fahrer Eimar, mit denen wir nun drei Tage alles teilen werden. Gestartet haben wir unsere Tour am Eisenbahn-Friedhof. Dort standen einige Locks aus verschiedenen Ländern, die vor sich hin rosteten und eine perfekte Kulisse für ein Foto-Shooting bieteten. Bevor es dann zu dem berühmten Salzsee ging, besuchten wir noch ein Salzmuseum mit Kunsthandwerkermarkt. Dort haben wir uns mit den wichtigsten Dingen wie Täschen, Salz und co eingedeckt. Nächster Halt war der Salar de Uyuni. Es war wirklich atemberaubend auf dem größten Salzsee der Welt zu stehen. Man konnte bis zum Horizont sehen und einfach alles war weiß! Dazu noch die Wolken, die sich spiegelten. Einfach unbeschreiblich. Unsere Jungs machten die witzigsten Fotos, indem sie sich auf Berge setzten, sich auf Händen trugen oder sonstige Konstellationen testeten. Wir gemeinsam hatten auf alle Fälle unseren Spaß! Weiter ging es zu einem ehemaligen Hostal mitten auf dem Salar See (Nein, man kann nicht darin schwimmen. Nein, man kann auch nicht einbrechen.) wo unser Fahrer dann das Mittagessen auf der Ladefläche auspackte. Nachdem wir noch ein wenig über den Salar flaniert sind und diese mega Landschaft genossen haben ging es Richtung Unterkunft. Auf dem Weg dorthin machten wir einen ungewollten Stopp, da wir zu einem Unfall eines anderen Wagens dazukamen. Zwischen den Fahrern gibt es anscheinend ein ungeschriebenes Gesetz, dass man bei einem Unfall stehen bleiben muss. So waren circa 20 Autos plus Insassen an dem Unfallort und begafften das Geschehen. Ich fand es schrecklich zu sehen, wie sensationsgeil doch die ganzen Touristen waren und wie wild Fotos schossen. Die Lage war nämlich ernst. Es kamen zwar alle aus dem Auto raus, doch zwei Personen ging es sichtlich schlecht. Nach viel zu langem Warten kamen auch die Sanitäter und nahmen alle Verletzten mit. Alle Fahrer unter der Leitung von Eimar drehten das Auto um und sicherten es ab. Da kam dann auch Becci mit ihrer Allzwegtasche zum Einsatz! Die Rettungsdecke wollte zwar keiner (obwohl es richtig kalt war), aber die Feuchttücher nahmen die Helfer dankend an. Kommentar der Portugiesen: Ein Glück haben wir Chicas dabei, die sind für alles vorbereitet. Im Hostal angekommen teilten wir uns mit Francisco ein Zimmer, ließen den Abend gemütlich bei einem Pacena ausklingen und schliefen ein. Den nächsten Morgen starteten wir mittelmäßig früh, sodass wir um 8.oo im Auto saßen. ;) Es ging Richtung Lagunen. Auf dem Weg liefen uns einige Lama-Herden über den Weg, die wir nutzen für ein paar Fotos. Unsere Jungs waren glücklich auch eins mit ihrem Fußball-Verein-Schal und den Lamas zu machen. Die Lagunen waren wirklich wunderschön und es war Idylle pur. Besonders war ich begeistert von den ganzen Flamingos. Ich meine, so echte Flamingos in echten Lagunen und nicht im Zoo-Wasser. Wow! Auf Portugiesisch auch ganz nett: flamingoisch. Am Nachmittag kamen wir dann in der Valle de la Roca an. Dies ist ein riesiges Gebiet mit Vulkansgesteinen, die in den lustigsten Positionen stehen. Auch hier wurde eifrig Fotos gemacht. Zum Abschluss fuhren wir zu dem berühmten Arból de la Piedra (= Baum-förmiger Stein). Leider fing es an zu regnen und wir froren unglaublich, stimmts Becci? Am Abend schliefen wir wieder in einem kleinen Hostal und gingen sehr früh ins Bett, da wir am Morgen um 4.oo in der Früh aufstehen mussten. Wir wollten den Sonnenaufgang bei den Geysers sehen. Leider war alles Wolkenverhangen, weshalb wir das nicht so hinbekamen. Aber dieses Naturphänomen (Geysers) schien ein klein wenig irreal. Es sind vulkanartige Krater, in denen Lava blubbert, und aus denen Dampf mit viel Druck schießt. Anschließend fuhren wir in die Wüste Salvador Dalí und kamen kurz danach auf eine kleine Anhöhe, auf denen unmengen Steinetürmchen standen. Mama, da hab ich einige Fotos gemacht – nur für dich! Gegen Mittag kamen wir an einer heißen Quelle an, in der man baden konnte. Doch ich hab nur dir Füße in den Vor-Fluss gesteckt, denn 35°C waren mir ein wenig zu heiß! Anschließend fuhren wir unsere Portugiesen an die chilenische Grenze, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten. Die Tour mit den Vier war wirklich lustig und ich bin echt froh, dass sie bei uns im Wagen waren! Becci und ich fuhre mit Eimar wieder ganz nach oben nach Uyuni um dann schnell noch eine letzte Pizza zu essen. Nun wurde es hektisch, denn unser Bus fuhr eine Stunde früher ab als geplant. Wir bekamen ein Glück einen Anruf und sind als letzte in den Bus hineinspaziert. Dieser fuhr los und ich dachte, die Fahrt übersteh ich nicht. Ich kam mir vor wie auf dem Schiff mit Turbulenzen. Doch nach einer halben Stunde waren wir wieder in Uyuni (wir leicht verwundert), da der Weg durch die Regenfälle zu unsicher war. Nun starteten wir über Potosí Richtung La Paz. Dort kamen wir am Morgen an und suchten uns zügig ein Micro nach Hause. Über Uyuni und co. lässt sich sagen: Die Tour war unbeschreiblich und ich glaube ich konnte es nicht so ganz rüberbringen. Das muss man einfach selbst gesehen haben um die Schönheit zu begreifen.


*Siebter Stopp -> Achacachi (Bolivia):
Endlich in Achacachi angekommen, haben wir die Schwestern in der Kirche abgeholt. Die Überraschung war groß, denn es waren nur zwei da! Aber es wurde schnell aufgelöst, sie sind zwar in Mexiko, kommen aber am Mittwoch wieder. Dort ist ein Generaltreffen von zwei Wochen, in denen abwechselnd die Schwestern hinfahren. Also keine Sorge, in einer Woche ist das Haus wieder voll. Während der Messe haben wir bemerkt, dass es der Abschiedsgottesdienst von Padre Changis ist, der nun für drei Jahre nach Argentinien fährt. Anschließend wurden wir gleich zum gemeinsamen Essen eingeladen (man bemerke mit unseren riesen Rucksäcken), doch verabschiedeten wir uns bald. Das Bett nach der langen Busfahrt ruft laut! Zu Hause haben wir unsere Hunde begrüßt und uns wieder eingerichtet. Die Woche haben wir nun Lehrerkonferenzen und ab 03.02.14 fängt auch wieder die Schule an. Hier ist es nun wieder kalt, aber dafür gibt es auch keine mosquitos!

Wie ihr seht, hab ich doch recht viel in diesem Monat erlebt und es war unglaublich! Aktuell bin ich rundum zufrieden und genieße jede Minute in diesem besonderen Land. Es bietet eine so große Vielfalt, ist so verschieden und doch EIN Land = Bolivien.
Becci, die letzten fünf Monate mit dir waren einfach … ich finde kein passendes Wort für diese geniale Zeit. Wir sind wie Pattex-Kinder, Geschwister, ein altes Ehepaar und beste Freundinnen zusammen! Gracias. <3

Viaje Viaje Viaje

Also hier kommt im Vorfeld ein kleiner Eintrag als Aktualisierung.
Ich bin ab 30.12.13 für ungefähr einen Monat unterwegs in Peru und Bolivien. Deshalb werde ich keinen Eintrag schreiben können, da ich auch kein Internet habe.
Becci und ich werden Silvester mit Freiwilligen in Chimbote, Peru feiern. Von dort aus machen wir Ausflüge zum Meer und haben danach unser Zwischenseminar in Lima.
Von dort aus fliegen wir nach Santa Cruz und starten unsere Reise über Samaipata, Sucre, Potosí, Uyuni, Salar de Uyuni, Oruro nach La Paz. Pünktlich zu den Lehrerkonferenzen sind wir wieder zu Hause. Am 03.02.14 fängt die Schule und somit unsere Arbeit wieder an.
Also wünsche ich Euch jetzt schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr 2014! Das alle Vorsätze und Wünsche in Erfüllung gehen!

Abrazo grande Fränz

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Franziska Beck