Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Winterferien!

Aktuell bin ich in La Paz und erledige ein paar Dinge.

 

 

- Becci und Jan haben mir ein geniales Geburtstagsgeschenk ueberreicht: ich durfte drei Stunden durch die Praerie reiten. Es war grandios! Ich bin uebergluecklich wieder einmal auf dem Ruecken der Pferde gewesen zu sein! Vielen vielen Dank fuer das verfruehte Geschenk!!

 

- Wir haben das Geburtstagsgeschenk an Franzie eingeloest. Wir sind gemeinsam auf den Berg Chakaltaya gefahren und danach ins Valle de la luna gefahren. Es war unglaublich schoen, wenn auch kalt und ziemlich hoch. Der Berg ist auf 5.500m und wir sind alle oben angekommen.

 

- Als Dankeschoen fuer die Casa Campesina, in der wir nun ein Jahr wohnen durften, haben wir uns etwas ganz besonderes ausgedacht. Die Wand in unserem Zimmer kam uns ziemlich weiss vor, da haben wir sie huebsch fuer Juan+Gladys+Lucy angemalt. ;) Danke fuer alles!!

Letzten Arbeitstage vor dem Urlaub

Buenos dias,
 

nun melde ich mich wieder etwas ausführlicher. Die Schule geht den Ferien zu, das merkt man sehr deutlich, weil auch der Unterricht und die Aufmerksamkeit nachlässt. Die Projekte gehen schleppend voran, aber irgendwie geht es schon. Die Vorhänge sind nun genäht (gemeinsam mit den Schülerinnen) und die Bäume für den Spielplatz gefällt (von unserem Elternsprecher). Das Holz trocknet nun über die Ferien und danach wollen wir es gemeinsam an einem Wochenende aufbauen. Die Schülersprecher müssen sich noch treffen und einen verantwortlichen Lehrer aussuchen, damit wir auch im Bezug Mülleimer weiterarbeiten können. Ich hoffe sehr und tue mein Bestes, dass vor meiner Heimreise diese Projekte beendet sind. Doch ich bin sehr zuversichtlich!

Franzies Eltern waren nun eine Woche mit uns in Titicatchi und haben das Leben dort ein wenig erlebt. Sie haben sich einen Schulgottesdienst angeschaut, die Grundschule, das Dorfleben, unseren Hausberg und Bisnoco. Tina, Paula, unsere Besucher und wir drei haben ein Wochenende in Tarisquia gemacht. Wir haben einfach das Häuschchen genossen, Gitarre gespielt, geschlafen und gemeinsam gegessen. Es war wirklich entspannend und schön (auch wenn so manch einer lediert war...). Fronleichnam haben wir mit einem großen Fest in Ayata gefeiert. Gemeinsam mit dem Padre und einer randvollen Ladefläche sind wir dorthin gefahren. Padre Javier hat eine Prozession und Messe gehalten, an der wir teilgenommen haben. In Ayata ist dieses Fest sehr wichtig und die Menschen aus den entferntesten Dörfern kamen angelaufen - teilweise über 4 Stunden. Wir bummelten über den Markt und kauften uns dort unsere Quechua Hüte! :) Ansonsten schauten wir uns den Stier-Tanz an und packten unsere Brotzeit aus. Die Frauen besetzten unsere Autoladefläche sofort und reservierten sich ihren Sitzplatz für die Heimfahrt. Gegen Abend kamen wir platt aber zufrieden wieder in Titicatchi an. Am Sonntag feierten wir auch in unserem Dorf Fronleichnam und vier Altäre standen an den Plaza-Ecken. Sie waren herrlich und sehr aufwändig von verschiedenen Gruppen geschmückt. Franzies Papa hatte dienstags Geburtstag und bekam ein großes Fest vom Musuq P'unchay. Wir aßen „Papa a la Huancaina“ - mein Lieblingsessen hier: Kartoffeln mit Ei, Tomate, Salat und Erdnusssoße. Abends machten wir in unserem Haus Raclette und ließen den Tag gemeinsam ausklingen. Er hat für den Musuq P'unchay wirklich einiges ermöglicht: eine Wippe und einen Sandkasten. Die Kinder waren sehr glücklich!! Mittwochs ging es dann mit der Flota nach La Paz in die Ferien! Und in diesem Bus waren wirklich einige! Der komplette Gang war voll mit Leuten und ihrem Gepäck. Man konnte sich keinen cm mehr bewegen. Ich hatte zwar einen Sitzplatz, aber zu meinen Füßen saßen auch einige Leute, es war einfach eng! Auf der Fahrt haben wir unsere Schutzengel wirklich noch einmal herausgefordert!

Aktuell ist es hier sehr kalt, wir sind mitten im Winter und alle Schulen haben Ferien. Wir auch. :) Die Ferienzeit nutzen Becci und ich für unseren letzten Urlaub in Bolivien. Freunde aus Peru, Jan und Lotte, kamen zu Besuch und wir fuhren zum Titicacasee Dort ist es wirklich wunderschön!! Gemeinsam setzten wir mit dem Boot zur Isla del Sol =Sonneninsel über, der heiligsten Insel in der Inka Zeit. Ursprünglich hieß diese Insel Titicachi (genauso wie unser Dorf in den Anden) wovon sich später der Name des Titicacasees ableitet. So muss man vorsichtig sein wenn man nach Titicachi fährt, dass man den richtigen Ort trifft. In Copacabana auf dem Festland schauten wir uns die Basilika an und schlenderten über die typischen Märkte. Becci und ich trauten uns auf den Calvario hinauf. Ein Berg in Copacabana von dem man eine fantastische Sicht auf den See hat. Man könnte denken man wäre am Meer. Ich dachte, da laufen wir mal locker hinauf, schließlich bin ich das Laufen durch Luquisani gewöhnt. Doch ich habe mich geirrt. Copacabana ist noch einmal 700m höher als Luquisani und das merkt man doch deutlich! Wir schnauften und schnauften und machten alle 10m eine Pause. Nach einiger Zeit waren wir doch oben und genossen die wahnsinns-Aussicht! Auf dem Weg trafen wir Schamanen, die ihre Riten auf dem Berg ausführten und wir krabbelten durch den „Frosch-Felsen“ damit wir laut der Sage ein langes Leben haben werden. Auch hier in Bolivien ist die Weltmeisterschaft DAS Thema. In den meisten Restaurants werden die Spiele übertragen und wir fiebern stark für Deutschland mit. Die Bolivianer sind natürlich für die Länder aus Südamerika, die dieses Jahr stark auftreten. Doch nur die spanisch-sprechenden Länder werden unterstützt. Brasilien fällt da leider durch den Raster...

Hier in La Paz machen wir die letzten Kleinigkeiten wie Fotos ausdrucken, Dankeschön vorbereiten, Nägel+Draht einkaufen (für den Spielplatz), letzte Mitbringsel-Einkäufe tätigen, Flugtickets+Visum ausdrucken, Freunde besuchen und uns von ihnen verabschieden, und und und.
Gerade merke ich sehr, wie schnell die Zeit rennt und wie wenig Zeit uns noch bleibt. Das Jahr neigt sich stark dem Ende zu. Noch 47 Tage und ich fahre hier an den Flughafen. Doch ich möchte mich von dem Land und den gewonnenen Freunden noch nicht verabschieden... gleichzeitig möchte ich aber Familie und Freunde wieder sehen. Die Gefühlslage ist nicht so eindeutig. Jetzt aber versuche ich die restlichen 1,5 Monate zu genießen und die Zeit, die mir noch bleibt vollkommen auszukosten.
 

Liebste Gruesse
Francisca

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

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© Franziska Beck