Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Cancha Anmalen

Nun kann ich Ihnen mit großer Freude mitteilen, dass ich das erste Projekt von Ihren Spendengeldern erfolgreich gestartet und beendet habe! Die Schülersprecher haben mir ein Solicitud Schreiben gegeben, indem sie um Farbe für den Sportplatz baten. Die Linien des Fußball, Volleyball und Basketball Feldes hat man nicht mehr gesehen und ständig gab es Streit, ob schon Aus ist oder noch nicht. Also trafen wir uns einen kompletten Samstag um den Sportplatz herzurichten. Ever und Jesús wollten Frühs nach Titicatchi laufen um mir mit der Farbe zu helfen. Als sie nach 1,5Std. Verspätung ankamen, konnten wir loslegen. Unten in Luquisani haben sie schon den Sportplatz sauber gemacht und versuchten die alten Linien zu entfernen. Nachdem man sie fast nicht mehr gesehen hat, mischten wir die Farben mit Gasolina und klebten die Linien mit Klebeband und Wolle ab. Dann machten wir Musik an und fingen an zu Pinseln. Es machte wirklich Spaß, alle waren eifrig bei der Sache und hatten ihr Ziel vor den Augen. Der verantwortliche Lehrer machte sich leider aus dem Staub aber mit dem Schülersprecherchef Jesús hat es prima funktioniert! Mittags machten wir zwei Stunden Pause und Nachmittags gingen wir in den Endspurt. Die Fußballtore haben wir auch neu angestrichen und ich malte für die kleinen Kinder das Hüpf-Kästchen-Spiel auf den Boden. Natürlich haben sich die Schülersprecher 2014 verewigt. Als Dankeschön für die finanzielle Hilfe von Ihnen haben sie in eine Ecke: ALEMANIA GRACIAS (Deutschland Danke) geschrieben. Also wirklich vielen herzlichen Dank für all die großzügigen Spenden, hier kommt das Geld direkt bei den Kindern an!
Mit der Promotion Klasse (Abiturjahrgang) wollen wir Vorhänge an alle Fenster anbringen, damit die restlichen Schüler nicht mehr reinschauen können und den Unterricht stören können. Das ist wirklich anstrengend und ich hoffe, dass dieses Projekt klappt. Außerdem werden wir einen kleinen Kinderspielplatz aufbauen: eine Schaukel und ein Pferdchen zum Balancieren. Dafür fällen wir einen Eukalyptus Baum und suchen uns einen Carpintero, der uns mit den Bauarbeiten hilft. Ich habe heute auf dem Markt 16m Seil für die Schaukel gekauft und war dafür die große Attraktion auf dem Markt. Das große Jahres Projekt der Schule ist: auf die Mutter Erde aufpassen und für sie sorgen. Deshalb möchten nun Lehrer, Promo und Schülersprecher gemeinsam daran arbeiten, dass Mülleimer auf das Schulgelände gestellt werden zur Sauberkeit.
All diese Projekte können/konnten nur ermöglicht werden aufgrund IHRER Unterstützung. Die Schulgemeinschaft und ich sind überglücklich und ihnen wirklich dankbar!
Muchísimas Gracias!

 

 

Schule

Letzte Woche hatten wir in der Schule in Luquisani eine Elternversammlung. Anfangs hatte ich davor ein wenig Angst, da es in Achacachi so explodiert ist und ich vorher auch keinen blassen Schimmer hatte. So ging ich ein wenig mit gemischten Gefühlen hin. Meine Aufgabe war ein Informe über den Englisch Unterricht abzugeben und ansonsten nur zuzuhören. Dann ging es natürlich total bolivianisch ab. Der Direktor bat mich gleich am Anfang mich vorzustellen und die Projekte die ich habe. Leicht überrascht ging ich also vor die Eltern und stellte alles spontan vor. Wer ich bin, was ich mache, warum ich da bin, wie lange ich da bin, was ich so vorhabe, wie es nach mir weitergeht, wie der Englisch Unterricht ist und und und. Ich war so glücklich, dass ich in frohe Gesichter schauen konnte und die Eltern wirklich zufrieden waren. Als einzige bekam ich Applaus und ich war wirklich zu Tränen gerührt, dass mich nicht nur die Kinder sondern auch deren Eltern so herzlich aufnehmen. Diese Elternversammlung war also ein voller Erfolg!

Mayte Abschied

Seit Anfang des Jahres wussten wir, dass Mayte Ende Mai für vier Monate in die Schweiz fahren wird. Aber anfangs denkt man sich immer noch: Bis dahin ist noch eeeeewig lange hin. Leider ist diese Ewigkeit viel schneller vorbeigegangen, als wir anfangs dachten. Wir bereiteten ein großes Tuch vor, auf das wir mit Handabdrücken ein Herz formten und Gracias hineinschrieben. Denn Mayte ist eine unbeschreibliche Frau. Sie hat so viel für uns gemacht, sie war immer für uns da, sie hat immer ein offenes Ohr, sie hat immer einen guten Rat, sie hat uns unterstützt, sie hat uns verstanden, sie hatte immer eine Schocki… Allein mit Worten kann man gar nicht beschreiben, was sie alles für uns gemacht hat und was für eine gute Seele sie ist. Hier in Bolivien war sie meine Mama. Ich glaube das drückt sehr viel aus. Gemeinsam mit Tina und dem Padre haben wir Sonntagabend vor ihrer Fahrt nach La Paz gekocht und einen schönen Abend vorbereitet. Wir haben für sie gesungen und es war einfach toll. Dienstagabend kamen noch mal alle zu ihr nach Hause und dort haben wir einen Tee getrunken und ihr Auf Wiedersehen gesagt, da am Mittwoch die Flota fuhr. Sogar zwei Lehrer aus Uripampa kamen und haben ihre Gitarre mitgebracht. Eine gemütliche Runde. Freddy hat für sie gesungen und auch da war sie zu Tränen gerührt. Es gab die 8Hermanos und so waren alle lustig! Mittwochfrüh sind Becci und ich aufgestanden um Mayte zur Flota zu bringen.
Wir verabschiedeten uns und es war so traurig!!!! Ich werde sie sehr vermissen. Sie bleibt einfach die einzigartige Mayte!

Musuq P'unchay

Der Musuq P’unchay ist ein Zentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die aus schwierigen Verhältnissen kommen oder eine gewisse Art von Behinderung haben. Dort sind Menschen mit Autismus, Down Syndrom, Lernschwierigkeiten, Vergewaltigungen, schwerer körperlicher und geistiger Behinderung, Taubstumme, und Kinder die nicht mehr bei ihren Familien wohnen können aufgrund der schweren Umstände. Dieses Zentrum ist das Einzige in der kompletten Provinz und etwas wirklich Außergewöhnliches. Musuq P’unchay ist Quechua und bedeutet der „neue Tag“. Franzie Rumpel arbeitet dort und unterstützt das Team der Sonderpädagogen. Nun werden vier Jungen aus dem Nachbarort Mollo in das Zentrum kommen, die 10-12 Jahre alt sind. Sie können nicht schreiben und nicht lesen. Im einem fünfköpfigen Team (Franzie, Becci, Eleoterio, Tina und ich) wollen wir mit der Basis anfangen: Lernen lernen, selbstständiges Denken, Visuelle und akustische Reize aufnehmen und umsetzen,… Dadurch lösen wir das Grundproblem und arbeiten danach an dem akuten Problem. Das wird für mich eine weitere Herausforderung auf die ich mich aber freue.

Alltag

Nun pendelt sich ein Alltag ein. Ich gehe täglich nach Luquisani in die Schule und unterrichte Englisch in der Primaria und Secundaria. Jeden Dienstagnachmittag biete ich verschiedene Aktivitäten an wie: Gummitwist, Slackline, Armbändchen knüpfen, Joghurt Tütchen nähen,… Zwei Mal die Woche bin ich noch im Musuq P’unchay und arbeite mit den Jungs. Dazu haben wir alle zwei Stunden die Woche  Quechua Unterricht bei Eleoterio und ich gebe ihm im Gegenzug Englisch Unterricht. Jeden Sonntag treffen wir uns abends mit dem Padre zum Karten Spielen. Am Wochenende spielen wir mit Freunden Fußball oder Basketball und betätigen uns somit auch sportlich. Jeden Samstagabend begleiten Becci und ich den Padre in die verschiedenen Gemeinden und helfen ihm bei der Kinderkirche. Die Woche ist also recht voll und langweilig wird es eher selten. Aber es macht Spaß und ich freue mich auf jeden Tag. Die Wochen verfliegen unglaublich schnell und ich habe nur noch 3 Monate hier, bevor es Abschied Nehmen heißt. Das jagt mir ein wenig Angst ein und ich will noch gar nicht daran denken!
P.S. Letzte Woche habe ich mir meine eigene Runapacha (Tracht) gekauft. Ich bin sooo stolz darauf!

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

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© Franziska Beck