Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Das Schuljahr neigt sich dem Ende!

Hallo ihr Lieben,
hier kommt der letzte Eintrag im November. Heute hatten wir eine "Demonstración Educacion Fisica-Musica y una Presentación de trabajos manuales". Zu Deutsch war es eine Aufführung von Sport, Tanz und Akrobatik. Außerdem wurden die verschiedenen Werke aus "Hogar" also Kunst präsentiert. Von morgens um zehn Uhr bis nachmittags um drei dauerte die Aufführung. Es war bunt gemischt aus Tänzen, Menschenpyramiden, Turnen und lustigen Einlagen. Jeder Klasse hat etwas zu dem Tag beigetragen. Währenddessen haben wir uns mit fünf Kerlen aus meiner 11. Klasse angefreundet und so war es im großen und ganzen ein schöner "Schul"-Tag. ;-) Aber schaut euch einfach die Fotos an, sie sprechen für sich.
Liebe Grüße!

Ende des Kirchenjahres und Beginn der Adventszeit...

Hola!

Also aktuell bin ich ein wenig in Schreiblaune – wie man ja kaum mitbekommt. ;-) Und nein, ich werde keinen Teil3 veröffentlichen - obwohl ich ihn mit Anekdoten füllen könnte - sondern ein wenig von der Weihnachtsstimmung berichten, die Becci hier verbreitet.
Zuerst einmal hat sie sich kreativ ausgetobt und Girlanden gebastelt mit Tannenbäumen, Sternen, Schneemännern und und und. Die hängen nun bei uns im Zimmer. Dann hören wir quasi rund um die Uhr Weihnachtsmusik. Ich kann jetzt schon alle Lieder mitsingen! Letzten Sonntag hat Hra Violeta einen Plätzchen – Test gemacht. Denn die Schwestern schenken den Priestern, Bischöfen und Freunden an Weihnachten ausschließlich selbstgemachte Plätzchen. Überraschenderweise hat Hra Violeta noch nie in ihrem Leben vorher Kekse gebacken. Das war ihre Prämiere! Außerdem haben wir am Ofen herausgefunden, was dieser eine mysteriöse Knopf bedeutet (obwohl der Ofen schon seit Jahren verwendet wird!): Oberhitze UND Unterhitze. Das war eine Überraschung! Jetzt können wir sogar normal backen, ohne dass der Kuchen entweder komplett schwarz oder hell wird. Welch ein Fortschritt. J Also haben wir am Samstag erst mal wieder deutsch gekocht: Nudeln mit Schinken-Sahne-Soße und als Nachtisch Bananenquark mit Pfirsichen. Lecker! Die Schwestern wollten gleich das Rezept haben. Sonntags haben wir dann unsere Plätzchen – Saison begonnen. Butterplätzchen mit Streuseln und Orangen-Makronen. Das war der schöne Abschluss des Kirchenjahrs. Jetzt kann die Adventszeit kommen – bin mal gespannt wie das hier so wird.
Nächste Woche haben wir Examen, Putztag in der Schule, Tanzaufführung, Demonstration und Lehrerkonferenz. Also einen vollen Plan!
Muchos Saludos ins Tiefland.

P.S. Das mit den Apfelkernen war in einer verrückten Phase. Aber dem musste man Einhalt gebieten! :-D

Lustige Anekdoten des Alltags #2

Seitdem ich angefangen habe über die kleinen Schmunzeleien nachzudenken, fällt mir immer mehr ein. Besonders in der letzten Woche hat sich so viel angehäuft, dass ich einen Teil 2 schreiben muss. Teilweise hab ich schon Lachtränen oder kann mir das Grinsen einfach nicht verkneifen!

- Freitags sind wir von Achacachi nach La Paz gefahren um unsere Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Zuerst ging es mit dem Micro nach La Paz - Ceja. Dies ist der obere Teil von La Paz. Von dort fuhren wir mit einem anderen Micro nach Kollasuyo, wo die Casa Campesina steht. Wir hatten einen großen Rucksack dabei und zwei Handtaschen für die Wertsachen. Natürlich waren wir nach der zwei Stunden Fahrt im kleinen Büsschen mit 15 Personen etwas fertig, sodass wir froh waren in einem leeren Micro gelandet zu sein. Der Fahrer schaute uns schon ein wenig schräg an, als wir den Rucksack reinhieften und uns daneben pflanzten. Er wollte sofort die Bezahlung -soweit noch nicht ungewöhnlich- als er uns aber fragte ob wir drei Plätze bezahlen wollen, wurde ich leicht stuzig. Dann bemerkte ich, dass mein große Rucksack auf einem Sitzplatz stand. Da dachte ich mir nichts dabei, da ja niemand außer Becci und mir im Micro saß. Aber ich sollte für ihn bezahlen - im leeren Bus!!! Also quetschte ich ihn vor meine Füße, sodass der Fahrer glücklich war und ich nur für zwei bezahlte. Also da konnten Becci und ich uns ein Lachen nicht mehr verkneifen. ;-)

- Ein paar Mädchen aus der Segundaria fragten unsere Hra Violeta, warum denn keine Kerle nach Bolivien kommen um Englisch Unterricht zu geben. Das wäre ja unfair, dass nur Mädels kommen. Sie fänden es mit Kerlen viel leichter zu lernen. ;-)

- Schüler aus der Segundaria fragten ebenfalls warum wir denn überhaupt hier wären. Die Hra Violeta antwortete ebenfalls, dass wir mit einer Organisation hier sind um ein Jahr freiwillig arbeiten zu können. Die Schüler geschockt: Mit der Mafia??? :-D

- Ein Kerl aus der 11. Klasse unterhielt sich sehr angeregt mit mir, als wir statt dem Englisch Examen demonstrieren gingen. Er fragte nach den Klassenzimmern in Deutschland und interessierte sich sehr für die Türen. Warum, weiß ich nicht. ;-)

- Ein paar Jungs aus der 11.Klasse wollten uns partout nicht glauben, dass wir erst 18 Jahre alt sind. Sie glauben es uns bis jetzt nicht. Naja. ;-)

- Genau dieselben Jungs wollen auch in unsere Koffern mit nach Deutschland reisen. Mal sehen ob ich so viele Koffer frei hab.

- Ein Junge aus der 7. Klasse fragte uns, ob wir Verlobte in Deutschland hätten. Wir verneinten, da freute er sich riesig und meinte, wir müssten unbedingt seinen großen Bruder kennenlernen.

- In einem Micro mussten wir diesesmal leider stehen. Soweit nicht schlimm. Aber wir standen so gequetscht, dass Becci "dem Kerl fast ins Ohr gebissen hat" (Zitat!!).

Also wie ihr seht, wir lachen eigentlich ständig, weil es so viele lustige Situationen gibt. Ansonsten schreiben wir die Abschlussexamen in allen Klassen, sammeln die Hefte ein um sie zu bewerten und integrieren uns im Alltag. Ansonsten gibt es nicht viel Neues. Liebe Grüße an die Heimat!

Lustige Anekdoten des Alltags

So langsam schleicht sich der Alltag ein, aber ich  muss sagen, dass trotzdem jeder Tag ein Abenteuer bleibt. Ich lebe hier in der bolivianischen - mexikanischen Kultur und erlebe viele kleine Anekdoten, die ich gerne mit Euch teilen möchte.

- Im Englisch Unterricht in der 11. Klasse habe ich angefangen die Fragewörter wie "Wer, Wo, Was, Warum, Wie..." zu erklären und einfache Fragen und Antworten aufzustellen. Die Schüler sollten spanische leichte Sätze bilden und sie dann auf Englisch übersetzen. Ein Schüler fragte mich auf Spanisch: Wo ist Ötzi? Ich verstand bei seinem Akzent deutlich Ötzi und schrieb das auch an die Tafel. Natürlich wunderte ich mich sehr, woher ein Schüler in Bolivien Ötzi kennt und war wirklich erstaunt. Meine Antwort lautete klar, er ist tot. Später, als derselbe Schüler das Klassenzimmer verlies, fragte er mich, ob ich denn nicht den berühmten Fußballspieler Özil kenne. Hups, da hatte ich wohl was missverstanden. ;-)

- Hier in unserer Gegend gibt es zwei große Handy-Netz-Anbieter: Entel und Tigo. Die Schwestern, Becci und ich haben Tigo. Lustigerweise bekommen wir täglich (außer Wochenends) eine Nachricht von Tigo, indem er uns die aktuellen Angebote schickt. Es ist ein bisschen nervig, aber wir haben uns daran gewöhnt und machen nur noch Witze darüber. Letztens beim Mittagessen kamen wir eben auf diese Angewohnheit von Tigo zu sprechen. Da sagte die eine Schwester, dass Gott ja auch Tigo haben muss, weil wir in der Messe immer "con tigo" sagen, dass übersetzt "mit dir" heißt oder eben "mit Tigo". Entel kommt eben nicht gegen Tigo an. ;-)

- Gestern haben wir eine kleine, aber bedeutende Information über das Verheiraten gelernt. Wenn eine Frau ihren Schuh verliert oder wegkickt und ein Mann (egal welches Alter!!!) diesen aufhebt und ihr wieder gibt, dann war das ein Zeichen, dass diese zwei Heiraten müssen. Wirklich müssen! Das ist jetzt auch kein Scherz, sondern ernst. Eine Schwester aus dem Konvent hier in Achacachi musste vor langer Zeit relativ zügig wieder nach Mexiko zurückreisen, weil sie von dieser Sitte nichts wusste und in die "Falle" reingetappt ist. Ich hab ein bisschen Angst jetzt um meine Schuhe und wollte nur noch barfüßig in die Schule. In der Regenzeit ist das dann eher ungünstig. ;-)

- Wenn einem Mann etwas herunterfällt und er dich bittet dieses Ding für ihn aufzuheben, dann sage immer Nein und lass es einfach liegen. (Außer du möchtest ihn heiraten). Denn auch dies ist ein Brauch des Heiratsantrags. Ich dachte zuerst, die Schwestern scherzen mit mir, doch ist das hier eine ernsthafte Sitte. Ein Glück haben sie es uns gesagt, sonst wäre ich vielleicht bald verheiratet. ;-)

- Wir haben während unserem Einkauf auf dem Markt einen netten kleinen Laden gefunden und uns ein wenig mit der Cholita unterhalten. Sie fragte uns, ob wir mit unseren Ehemännern hier sind. Wir antworteten ein wenig überrumpelt, dass wir alleine hier sind. Da ist uns der Unterschied zwischen den Kulturen wieder sehr deutlich geworden.

- Als wir von dem Markt nach Hause gelaufen sind, suchten wir die Aufschrift zu dem Jugendraum, der mir letztens ins Auge gefallen ist. Während wir so rechts und links an den Häusern entlang schauten, fragte uns ein Mann sehr freundlich, ob wir irgendwas suchen oder brauchen, denn wir würden so suchend aussehen. Dass wir so angestrengt geschaut haben, war mir gar nicht bewusst, aber er war nett und hat sich einfach Sorgen gemacht, dass wir als Ausländer etwas nicht finden. Ich weiß, dass man hier aufpassen muss, wem man vertraut und wem nicht, aber er blieb auf Distanz und wollte uns wirklich nur behilflich sein. Dies war ein Moment, an dem ich einfach nur glücklich war, weil er uns so freundlich entgegenkam. Eine nette Geste! :-)

- Natürlich gibt es auch einige Versprecher unsererseits. Beispielsweise findet Becci Pferde in der Spüle oder ihre Oma wohnt 6 Jahre von ihr entfernt.

Also wie ihr seht, lachen wir hier viel und müssen über so manche Dinge öfters mal schmunzeln. Ansonsten läuft der Unterricht weiter und geht langsam dem Ende entgegen. Die Sommerferien rufen und die Schüler hören es deutlich. ;-) Aber es macht weiterhin Spaß, da sie aufmerksam sind und gut zuhören. Ob das jetzt an meinem tollen Englisch Unterricht liegt oder an meinem Ausländerin-Sein weiß ich nicht. Wahrscheinlich die Mischung.
Am Freitag fahren wir für ein Wochenende nach La Paz und machen Weihnachtseinkäufe - das ist schon komisch mitten im Novemver Weihnachtskarten zu schreiben und Geschenke einzukaufen, aber die Post braucht ja relativ lange, deshalb so früh. Wir wohnen wieder in der Casa Campesina und sehen so unsere Freunde in La Paz wieder. Ich freue mich!
Liebste Grüße aus Bolivien.
Franziska

Meine Adresse

Hijas de Maria Inmaculada de Guadeloupe
Franziska Beck
Casilla 06956
La Paz
BOLIVIA

 

Freue mich über Post, dauert eben 3 Wochen, aber es kommt an. Ein Glück! Denkt dran, was alles durch den Zoll darf (Lebensmittel beispielsweise nicht.) Liebe Grüße!

Zwei Monate sind schon vorrüber.

Jetzt bin ich schon seit zwei Monaten in dem fernen Land Bolivien.
Wir haben die ersten zwei Kurse (Kreativkurs und Englisch Konversation) abgehalten, doch leider hatten wir nicht zu großen Andrang. Die Werbung muss sich noch weiter ausbreiten - Versuch Nr.2 starten wir in der nächsten Woche.
Aktuell bin ich etwas angeschlagen, doch ich habe eine gute Krankenschwester Becci bei mir, die mich gesund pflegt. ;-)
Deshalb habe ich von Allerheiligen und Allerseelen auch nicht so viel mitbekommen. Die Schwestern sind in die Kirche und auf den Friedhof gegangen, ansonsten haben wir mal wieder deutsch gekocht: Kartoffelsuppe mit Pfannkuchen. Lecker!
Die nächste Woche steht vor der Haustür und die Englisch Kurse haben wir schon vorbereitet. Ich freue mich schon darauf!
Liebe Grüße Franciscita

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

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© Franziska Beck