Franziska in Bolivien
Franziska in Bolivien

Schönstatt Kirche, Stiftungen, Umzug und Allerlei

Nach einer Woche melde ich mich mal wieder. Es ist wirklich einiges geschehen, aber alles der Reihe nach. ;-)
Zuerst einmal war mein Gastvater Francisco letzten Sonntag im Fernseh. Er war als Experte in einer Diskussionsrunde dabei - also ein ganz berühmter Mann jetzt.
Dann habe ich letzten Sonntag einen sehr guten Freund von Francisco, Calos, kennengelernt. In seiner Gemeinde wurde der neue Pfarrplatz eingeweiht und alle bekamen eine Tasse heiße Schokolade und Kekse. Das war ein schönes Beisammensein nach dem Gottesdienst. Besonders habe ich mich gefreut über die herzliche Begrüßung von den Besuchern und einem österreichischen Pfarrer. 
Mit Carlos habe ich dann den ganzen Mittwochnachmittag verbracht. Er zeigte mir die Hans-Seidel-Stiftung und eine Partnerorganisation der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das war wirklich spannend hier in Bolivien die deutschen Organisationen zu besuchen. Zudem fuhren wir zu der längsten Straße in La Paz (2km lang), die nach einem Präsidenten Germán Busch in Bolivien benannt ist. An der Spitze steht ein Musoleum, dass wir besuchen wollten, doch aufgrund eines Konzerts war es geschlossen. Zum Abschluss fuhren wir in eine typische Cafetería "Kuchen Stube". Das war schon komisch mitten in La Paz ein deutsches Café zu finden - aber lecker wars!
Diesen Sonntag zeigte mir Carlos eine Schönstatt Kapelle. Ich war total begeistert von der Messe und der Kapelle. Ich hätte nicht gedacht hier in Bolivien Schönstatt zu finden! Dazu habe ich einen deutschen Pfarrer kennengelernt und eine weitere Freiwillige aus Linz (Österreich), die bis Dezember bleibt. Wenn wir das nächste Mal im Gottesdienst sind, wollen wir uns abends mit dem Pfarrer zum Pizza Essen treffen - er hat erzählt, dass wir ihm bei der Messe aufgefallen wären und klar war: wir sind Deutsche. ;-)
Am Nachmittag sind wir zum Barbecue Mittagessen eingeladen worden von Franciscos Universität. Das war ein Treffen von Professoren und Studenten. Wir waren anfangs ein wenig überrumpelt mit all den Menschen, aber mit der Zeit haben wir mit den Studenten gequatscht. Fernando, ein Student der seit drei Monaten Deutsch lernt und nächsten September nach Leipzig reist, hat uns zum "Oktoberfest" nächsten Samstag eingeladen. Schade, dass wir unsere Dirndl nicht dabei haben. ;-) Was uns leicht überfordert hat, dass während dem Nachmittag die ganze Zeit gegessen wurde. Ich war nach dem zweiten Teller wirklich satt und unsere Gastgeber waren enttäuscht, dass wir ja "nichts" gegessen hätten. Ich hab keine Ahnung, wie die das geschafft haben! Ein Rätsel... Aber ansonsten war es wirklich schön!
Ach ja, am Dienstag ziehen wir um. Denn wir bleiben noch eine Woche länger in La Paz, da meine Mädels noch ein bisschen Sprachkurs brauchen (sie waren einige Tage krank, die jetzt im Unterricht fehlen). Ich lese mittlerweile schon Büche von Nicolas Sparks auf Spanisch! :-) Da ein Monat ein bisschen zu viel für unsere Gastfamilie wäre, zieht Franzi in die Wohnung von Padre Max in La Paz und Becci und ich ziehen in ein Zimmer über die Casa Campesina. Die Casa Campesina ist ein Zimmer, in dem alle Produkte der Frauen aus Titicatchi gelagert werden. Dann wechseln wir Schritt für Schritt vom Luxus in die ländliche Gegend. ;-)
Das heißt auch, dass ich dann für einige Zeit kein Internet mehr habe und mal sehe wann der nächste Eintrag kommt. Ob wir in Achacachi Internetzugang haben ist im Moment fraglich, mal sehen ob "unsere" Schwestern die versprochene Box gekauft haben.
Nächste Wochen wollen wir La Paz mit einem Touristen Bus besichtigen und uns typisch bolivianische Flöten kaufen. Mal sehen wie unsere letzte Woche in der Stadt wird!
Ach ja, unser Visum für das Jahr ist beantragt. Wir müssen nur noch warten, bis es wieder bei uns ankommt.
Schaut Euch mal das Plakat am Straßenrand an. Irgendwas ist da schief gelaufen... Hupen schadet der Gesundheit, aber die Hupe ist doch das wichtigste Teil am Auto?! Hm, da versteh ich was nicht. ;-)
Liebe Grüße aus dem wunderschönen Bolivien!

P.S. Verrückt, oder? Ich bin schon einen Monat hier!!!

Tiahuanaco

Letzten Samstag sind Lucia und Pablo mit uns nach Tiahuanaco gefahren. Tiahuanaco bedeutet "Setz dich nieder, kleines Lama" und so goldig wie der Name ist auch dieser Ort.
Dieses ist eine wirklich alte Ruinenstädte einer Kultur, die noch vor den Inkas lebten. Sie liegt in der Hochebene des Altiplano und ist 70km neber La Paz. Tiwanaku (in Aymara Schreibweise) gilt sogar seit 2000 als Weltkulturerbe der UNESCO. Die Ruinen sind 17.000 v.Chr. - 1.000 v.Chr. (die Schätzungen sind sehr unterschiedlich) Jahre alt und gehört zu den wichtigsten archäologischen Funden in Bolivien.
Pablo zeigte uns die verschiedenen Tempel - "Reste" und machte für uns eine perfekte Führung! Er kennt sich hier aus wie in seiner Westentasche.
Genauso wichtig wie diese Stadt für die Kultur ist, genauso interessant waren die historischen Hintergründe. All die verschiedenen Orte mit den Monoliten (die bis zu 7m hoch waren), Gesichtern und Gebäude konnten wir entdecken. Ganz besonders war für uns das Sonnentor. Bis heute kommen viele Besucher zu diesem Ort um hier Energie zu tanken und die positive Kraft mit dem Übernatürlichen aufzunehmen (besonders am 21. Juni).
Nach diesem geschichtlichen Schwerpunkt haben wir ein Picknick auf dem "mirador", also dem Aussichtspunkt gemacht. Von hier hatte man einen genialen Blick über die Gebirgslandschaft.
Abends wollten wir in eine Bar gehen, aber wir waren so müden, dass wir das auf nächste Woche verschoben haben. ;-)
Es war wirklich ein toller Tag und ich freu mich auf meine letzte Woche in La Paz.
Saludos!

La Valle de la luna

Schon wieder waren wir unterwegs - hier gibt es einfach so viel zu entdecken!!! :-) Lucía und Pablo haben uns zum Valle de la luna, also dem Mondtal gebracht. Dort haben wir von einem Freund von Pablo eine Führung quer durch das Tal bekommen, es war einfach atemberaubend. Diese Landschaft mit ihrer Vielfalt und all den Unterschieden. Genial! Dazu haben wir ein privates Gitarren-Solo bekommen - und das mitten in dieser Umgebung. Vielleicht können die Fotos annähernderweise dieses Gefühl der Freiheit widerspiegeln wie wir es heute nachmittag verspürt haben.
Ach ja, gestern haben sich Becci und Franzi mit den Bambergern Freiwilligen, die gerade in La Paz sind, getroffen. Sie waren zusammen in einem Restaurant essen und haben alle Neuigkeiten ausgetauscht! Ich konnte leider nicht mit, da es mir gesundheitlich nicht so gut ging.
Liebe Grüße - morgen geht es weiter! :-)

Vollmond, Fischis und freilaufende Zebras

Hola y buenos días!

Am Mittwoch hatten wir hier Vollmond und das wollten wir nutzen um einen schönen Blick auf das beleuchtete La Paz bei Nacht zu bekommen - mit Mond und den Bergen im Hintergrund. Die Aussicht war wirklich athemberaubend und das Lichtermeer war rieeeeßig. Leider waren wir zu spät für den Mondaufgang, aber für ein paar schöne Fotos hat es gereicht.
Gestern haben wir ein typisch bolivianisches Essen bekommen: mini - Fische, besonders zubereiteter Mais und besonders zubereitete Kartoffeln - die richtigen Namen hab ich schon wieder vergessen... Es sah etwas erschreckend aus, aber wenn man den Kopf ausschaltet, hat es unglaublich gut geschmeckt! Ich kann es nur empfehlen. Beim nächsten Fernsehabend gibt es Fisch-Chips zum knabbern. ;-)
Ansonsten muss ich noch die üblichen Zebras hier vorstellen: Überall in der Stadt findet man freilaufende Zebras, die mit viel Spaß und Freude den Verkehr regeln. Ob man sie auch streicheln kann oder ob sie beißen, hab ich noch nicht herausgefunden - ich werde es aber demnächst mal testen.
Achso, gestern hab ich es geschafft hier Geld abzuheben, obwohl die schwer bewaffneten Polizisten vor den Geldautomat-Telefonzellen (die von innen abzuschließen sind) echt gruselig aussehen. Aber auch die Mission habe ich erfolgreich gemeistert.
Ich dachte mir, ich zeig Euch/Ihnen mal ein Foto von den wunderschönen und farbenfrohen Mustern hier - ich bin echt überfordert von dieser rießen Auswahl hier!!!
Muchos saludos :-)

Coroico und La Paz

Zur Abwechslung mal keinen Text, sondern eine Bildergeschichte. :-) Ich kann nur so viel sagen, ich hatte ein tolles Wochenende.
Viel Spaß!

P.S. Die Bildüberschriften stehen unter den Bildern, wenn man darauf klickt.

Erkundungstour durch La Paz

Heute gibt es nur eine kurze Nachricht:
Wir lernen fleißig Castellano und üben üben üben! Als Ausgleich sind wir nachmittags durch die Stadt gebummelt und haben uns die vielen verschiedenen Läden mit all den bunten Stoffen angeschaut. Ein cooler grüner Pulli mit Lamas und eine noch viel schönere Tasche sind das Ergebnis. Zum Schluss kamen wir bei einem Musikstand vorbei und haben uns in zwei Panflöten-CDs verliebt. Franzi und ich haben beschlossen während dem Jahr Panflöte zu lernen und mindestens ein Lied von der CD spielen zu können. ;-) Mal sehen was daraus wird.
Hasta la próxima!

Hoy: El Paro en La Paz

Schon melde ich mich wieder. :-) Heute hatten wir Streik in La Paz. Das bedeutete, dass wir keinen Sprachkurs hatten, weil kein Auto durch die Straßen kommt. Die Menschen hier verbarrikatieren alle Straßen, indem sie: Steine und Pfeiler quer legen, Sitzstreik machen und Fußball spielen. So schlug Lucía vor, dass wir einen Spaziergang ins Centro machen. Das stellte sich als 3 stündige Wanderung heraus, was in Deutschland mit 6 Stunden Joggen vergleichbar ist. Dementsprechend fertig kamen wir an, aber mit einige Pausen war es doch machbar. Man sieht, wir sind sogar in Bolivien sportlich! Im Centro zeigten uns Lucía und Pablo, den wir auf dem Weg aufgegabelt haben, eine Salteneria. Das war soooooo unglaublich lecker. Wir wollen das hier einen Nachmittag auch mal selbst machen. Ich freu mich darauf! Den Heimweg haben wir dann nicht zu Fuß zurückgelegt, sondern haben Teilstrecken mit dem Taxi und Francisco zurückgelegt. Ein Glück! Jetzt haben wir gegessen und ein Mittagsschläfchen abgehalten. Die Hausaufgaben in Castellano kommen jetzt dran, denn ich brauch noch einige Übung in der Sprache (obwohl es von Tag zu Tag leichter wird).
Liebe Grüße!

Erste Lebenszeichen ;-)

Hola y buenos días!

Es tut mir wirklich Leid, dass ich mich erst jetzt melde, aber das mit dem Internet funktioniert noch nicht überall. ;-) Deshalb gebe ich nach einer Woche mal ein Lebenszeichen von mir und ich kann sagen, dass es mir hier super gut gefällt und ich rundum glücklich bin.
Der Flug über London und Miami war anstrengend aber durchaus lustig - Habe mit den Piloten gleich mal Kontakt aufgenommen. :-D Zwei unserer vier Schwestern haben uns mit Mayte am Flughafen abgeholt und dann ging es für Becci und mich 2 Stunden nach Achacachi.
Dort haben wir die Höhe sehr deutlich gespürt, sodass wir die ersten drei Tage nur geschlafen und gegessen haben. Jede größere Aktivität ist anstrengend und ich bin sehr schnell aus der Puste hier. Dafür bekommen wir gaaaaanz viel Coca-Tee, damit es von Tag zu Tag besser wird.
Die Schwestern sind sehr nett, kümmern sich sehr um uns und wir lachen viel - auch wenn es von der Sprache noch kleine Schwierigkeiten gibt. Bis Donnerstag haben wir nur die Sonne genossen und uns an die Höhe gewöhnt.
Freitags wurden wir von Mayte, Franzi, Juan, Gladice und Gabriela abgeholt um zusammen für das Wochenende nach Titicatchi zu fahren. 7 Stunden Fahrt in einem Pick-up über die Andenlandschaft – das war ein wirkliches Abenteuer! Egal ob Lamas, Alpakas, Kühe, Ziegen oder Schafe auf der Straße standen, wer eine Hupe hat gewinnt. Mit einer Pause an einem Wasserfall und einem Reifenwechsel mitten im Nirgendwo sind wir abends freudig von Mercedes in Empfang genommen worden.
Samstags durften wir bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen und besuchten am Nachmittag das Haus in Tarresquia von Mayte. Dort ist die Landschaft und Idylle wirklich athemberaubend, obwohl dazu der krasse Gegensatz der Armut steht.
Sonntags waren wir das erste Mal in einem bolivianischen Gottesdienst, der Pfarrer Javier hat mich wirklich beeindruckt. Danach hat das Paar seine Hochzeit in der Kirche gefeiert und alle wurden mit Konfetti bestreut und Luftschlangen behängt, was hier eine übliche Tradition ist. Dann gingen wir alle ins Pfarrheim und die komplette Gemeinde war zum Fest eingeladen. Wir haben typisch bolivianisch gegessen und gegen Nachmittag traten wir den Heimweg nach La Paz an. 7h Fahrt stand uns bevor, jedoch haben wir zuerst einige Quechua Frauen an ihre Dörfer gebracht. Im Allgemeinen ist es normal die Leute von den Wegen auf der Pick-up Fläche mitzunehmen und auf Klopfzeichen wieder herauszulassen. Hier kamen mir die Menschen sehr hilfsbereit, freundlich und offen vor – zu uns und untereinander. Auf der Heimfahrt haben wir wieder eine Pause eingelegt und trafen zufällig den Pfarrer aus Achacachi. Welch ein Zufall!
In La Paz angekommen übernachteten wir in der Wohnung von Mayte und Nancy. Am Morgen verschafften wir uns den ersten Überblick über die rieeeeeesige Stadt. Ob ich mich hier jemals zurechtfinden werde ist fraglich!
Die üblichen Verkehrsmittel hier sind Micros, Truffys und Minibus. Man steht auf der Straße und winkt sich das entsprechende Fahrzeug mit dem Zielort zu und ruft dem Fahrer kurz bevor man wieder aussteigen möchte ein Stop zu.
In der Stadt haben wir uns zuerst bolivianische Handykarten geholt, Geld getauscht und die vielen bunten Stände betrachtet. Nachmittags besuchten wir Isabel, unsere Castellano-Lehrerin. Am Abend fuhren wir zu unserer Gastfamilie, bei der wir die nächsten drei Wochen wohnen werden. Francisco und Lucía sind super nett und wollen uns die Gegend hier mit all den kleinen versteckten Schönheiten zeigen. Ich bin wirklich gespannt, was wir alles sehen werden.
Heute hatten wir unseren ersten Spanisch Kurs mit Mate de Coca, música típica y mucha gramática. Der Kurs macht Spaß, obwohl er aktuell eher Becci und Franzi als mir hilft. ;-)

Im Allgemeinen muss ich aber sagen: Ich hab mich in das Land, die Mentalität, die Farbenvielfalt, die Landschaft ( + Lamas + Alpakas ) und in die Leute hier in Bolivien verliebt.

Muchos saludos y besitos de La Paz!!!
Hasta la próxima. :-)

Deutschland, bis in einem Jahr!

Jetzt handelt es sich nur noch um Stunden bis ich in den Flieger steige... Die Aufregung nimmt von Minute zu Minute zu und die Freude auf das Jahr steigt.
Jedoch fällt der Abschied von all den lieben Menschen hier nicht so leicht, besonders von denen, die in der letzten Zeit für mich da waren. :-)
Nun kann ich nur noch Danke sagen für die großzügige Unterstützung in allen Formen!
Deutschland, man sieht sich im nächsten Jahr wieder.

P.S. Die nächste Nachricht kommt aus Bolivien! ;-)

Aktuelles

Nach einer halben Ewigkeit ist nun die deutsche Übersetzung des Jahresbriefs der Casa Campesina online!

 

Zudem als ein kleines Extra habe ich auch den Jahresrundbrief von Padre Max veröffentlicht.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

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© Franziska Beck